Burgblog
Gedanken zum Jahreswechsel

Moin,
da sind sie schon...die zwanziger Jahre des ersten Jahrhunderts in diesem Jahrtausend.
Im www beginne ich nach vielen Jahren mit einer soliden gewachsenen Internetseite ganz von vorne. Alles ist weg!
Das war zwar nicht beabsichtigt, aber mit dem Wechsel eröffnet ein Neuanfang auch Möglichkeiten, die vorher nicht beachtet wurden. Ich probiere also etwas Neues, eine andere Form der Kommunikation und erstelle einen Burgblog.
Im www beginne ich nach vielen Jahren mit einer soliden gewachsenen Internetseite ganz von vorne. Alles ist weg!
Das war zwar nicht beabsichtigt, aber mit dem Wechsel eröffnet ein Neuanfang auch Möglichkeiten, die vorher nicht beachtet wurden. Ich probiere also etwas Neues, eine andere Form der Kommunikation und erstelle einen Burgblog.
Worum geht es ?
Es gibt eine ganze Reihe von konkreten praktischen Erfahrungen und Erlebnisse, über die im Hier-und-Jetzt berichtet werden kann. Der Blick richtet sich auf die Arbeiten am Denkmal, auf gelungene oder geplante Projekte, auf Ideen um den Unterhalt und die Pflege zu ermöglichen. Letztendlich sind dies alles Aktivitäten, um auf die besondere Geschichte der gewachsenen Landschaft im Weltnaturerbe Wattenmeer aufmerksam zu machen. Die Baukultur des historischen Steinhauses hat in diesem Zusammenhang als Relikt der Vergangenheit eine repäsentative Funktion mit überregionaler Bedeutung. Der Erhalt des Ensembles geschieht meines Erachtens weniger um seiner Selbst willen, sondern um die regionale Identität der Gemeinschaft, sofern sie von den Menschen bewusst wahrgenommen wird, zu stärken. Jeder kann aus der Geschichte etwas für sich selbst lernen und daran wachsen.
Es gibt eine ganze Reihe von konkreten praktischen Erfahrungen und Erlebnisse, über die im Hier-und-Jetzt berichtet werden kann. Der Blick richtet sich auf die Arbeiten am Denkmal, auf gelungene oder geplante Projekte, auf Ideen um den Unterhalt und die Pflege zu ermöglichen. Letztendlich sind dies alles Aktivitäten, um auf die besondere Geschichte der gewachsenen Landschaft im Weltnaturerbe Wattenmeer aufmerksam zu machen. Die Baukultur des historischen Steinhauses hat in diesem Zusammenhang als Relikt der Vergangenheit eine repäsentative Funktion mit überregionaler Bedeutung. Der Erhalt des Ensembles geschieht meines Erachtens weniger um seiner Selbst willen, sondern um die regionale Identität der Gemeinschaft, sofern sie von den Menschen bewusst wahrgenommen wird, zu stärken. Jeder kann aus der Geschichte etwas für sich selbst lernen und daran wachsen.
Kultur ist nicht das tote Gestern, sondern die lebendige Gegenwart und spiegelt sich in unserem Umgang mit der Vergangenheit. Kommunikation und Vermittlung kann genau dieses Bewusstsein fördern.
Das erste Projekt in diesem Jahr ist in der konsequenten Folge die Neugestaltung der Homepage. Die Seitenstruktur legt eine ganze Reihe von Themengebieten fest, die kommuniziert werden wollen: Die Burg mit ihrer Geschichte, Besichtigungsmöglichkeiten, das Café & Bistro mit Öffnungszeiten, Angebote für Gruppen und Speisekarte, der Gutshof alias "Groot Plaats" der Osterburg mit den einfachen Übernachtungsmöglichkeiten für Handwerker und Monteure, Gartenkultur & Parkanlage und ganz wichtig... die Stellenangebote für die Helfenden der kommenden Saison. Außerdem können sich die Besucher auf ausgewählte Links zu Büchern und Produkten freuen, die im Kontext zu den publizierten Inhalten passen. Die Seite wird also in den nächsten Wochen stetig erweitert und neu aufgestellt.
Besuchen Sie uns immer mal wieder, um die Entwicklungen mit Ihrer Aufmerksamkeit zu verfolgen. Herzlichen Dank!
Viele Grüße von der Osterburg
Dorothea Kempe
Viele Grüße von der Osterburg
Dorothea Kempe

Aus der stoischen Gelassenheit, mit der wir die existenzbedrohliche Situation in den ersten Monaten gemeistert haben, ist eine emotionale Berg- und Talfahrt geworden. Wenn wir das vergangene Jahr seit den Sommermonaten bis in die ersten Wochen des Jahres 2021 betrachten, gleicht die Dramaturgie des Coronamarathons tatsächlich einem kräftezehrenden Dauerlauf. Im Sommer bewältigen wir mit unserem Team vom Burgcafé & Bistro souverän und meistens auch mit verständnisvollen und verantwortungsbewussten Gästen die Saison unter Pandemiebedingungen. Bei gutem Wetter gibt es nichts Einladenderes als ein gemütliches Plätzchen auf unserer Gartenterrasse. Vorsichtig genießen wir die "neue Normalität". Trotzdem wirft das Virus stets einen Schatten über die leicht vergnügte Atmosphäre und die Sorgen um strengere Auflagen nehmen mit sinkenden Temperaturen zu. Wir atmen, reden, leben und genau das wird durch unsere Aerosole zur unsichtbaren Gefahr mit dem Potenzial, die Existenz unserer Mitmenschen lebensbedrohlich zu gefährden. Jede zwischenmenschliche Beziehung, jeder Kontakt wird zu einem Risiko und diese Erkenntnis brennt sich folgenschwer in unsere Wahrnehmung. Wir lernen mit dem Abstand zu leben und gewöhnen uns an einen Zustand gegen unsere Natur. Es scheint eine Frage des Charakters, eine Frage der persönlichen Überzeugung zu sein, wie wir dem Problem begegnen. Die unmittelbaren Reaktionen auf die sich zunehmend verschärfenden Maßnahmen polarisieren sich vereinfacht gesehen zwischen organisiertem Widerstand und wissenschaftsgläubigen Unterstützern. Mit Hilfe absurder und historisch unangemessener Vergleiche findet der Widerstand im öffentlichen Licht ein vorläufiges Ende. Vor allem durch die überraschend stark steigende zweite Infektionswelle siegen erneut die Ängste vor der Katastrophe, die durch unsere physische Gemeinschaft verursacht wird. Das einzige Gegenmittel ist der nächste Lockdown und die bittere Pille wird uns in mehreren Gängen serviert. Quo vadis? Die Gastronomie, der Tourismus und überhaupt alle Geschäftsbereiche, die gemeinschaftliches Vergnügen organisieren, werden zuerst ins Visier genommen und zum Wohle der Gemeinschaft zum Stillstand verurteilt. Kulturelle Institutionen finden neue kreative Wege sich Mitzuteilen und der Bildungsbereich vertieft den Umgang mit digitalen Alternativen. Doch dies bleibt ein notdürftiger Ersatz. Die gelebte Wirklichkeit kann nicht gleichwertig durch den digitalen Ort ersetzt werden. Wir funktionieren freudlos, spielen unser pflichterfülltes Theater und geben eine Normalität vor, die längst nicht mehr existiert. So wird der Raum- und Zeitfüllende Aufgabenmarathon in Familien mit schulpflichtigen Kindern oft zu einer Belastungsprobe für alle Beteiligten. Überwiegend stemmt dabei der weibliche Teil der Gesellschaft seinen unbezahlten Beitrag zur Carearbeit. Zusammen mit den langen dunklen Wochen bedrückt die Gesamtsituation selbst das optimistischste Gemüt. Wohlwissend, dass dies im Vergleich ein Jammern auf hohem Niveau ist. Die unvorstellbare Zahl der Pandemieopfer verursacht eine noch größere Betroffenheit. Doch die Hoffnung auf das baldige Ende der Pandemie führt wenigstens zu einem sanften Abgang des alten Jahres. Das Heilsversprechen in Form eines Impfstoffes scheint in greifbarer Nähe und der wirkt, bevor die erste Spritze aufgezogen ist. Gedankenspiele erschaffen kontroverse Diskussionen, die zwischen Impfwunsch und Impfzwang ein moralisches Gleichgewicht suchen. Die in uns angelegte Sehnsucht nach Nähe wird hoffentlich das Gegenmittel wählen. Es ist die einzige vernünftige und erfolgversprechende Möglichkeit, den Kreislauf der Infektionen mit all ihren Auswirkungen aufzuhalten. Die ganze Geschichte hätte zu diesem Zeitpunkt ein echtes Happy End finden können, aber jedes gute Stück braucht ein retardierendes Moment. Hier betritt nun das Mutantenvirus die Bühne und das erlösende Ende scheint erneut in weiter Ferne. An dieser Stelle des Marathons angelangt, sind wir durch die psychische Dauerbelastung kaum noch zur kraftvollen Bewegung fähig und der Alltag fordert davon das Gegenteil. Wir gehen nur noch langsam, aber wir bleiben nicht stehen. Spaziergänge mit unserer jungen Hündin durch die Meeden sind ein wohltuender Ausgleich. Die innere Blockade weicht mit dem ersten Grün, welches sich langsam wachsend durch das Unterholz bewegt. Erst mit den sichtbar länger werdenden Tagen kommt unsere Motivation und Energie zurück. Die Verwandlung der Natur setzt ein Ausrufezeichen! Mit diesen Zeichen beginnt für uns das neue Jahr und ein weißes Blatt füllt sich schnell mit lange aufgeschobenen Arbeiten. Ob wir am Ende des Jahres alles geschafft haben? Das erste Projekt am Burgensemble drängt jedenfalls nach erfolgreicher Genehmigung auf seine Umsetzung. Bis zum Saisonbeginn im Frühjahr bleibt noch Zeit für die betrieblich notwendige Umgestaltung des Gartenzimmers im Burgcafé & Bistro. Wer sein Ziel kennt, findet den Weg.

"Mehr Licht!", sollen Goethes letzte Worte gewesen sein. Mit diesem berühmten, gleichwohl umstrittenen Zitat beginnt der Blogbeitrag über die Veränderungen an der historischen Osterburg. In den Juniwochen führt uns der Arbeitseifer und die coronabedingte Realitätsflucht in den Park. Der schnurgerade Weg der barocken Allee und die Linden müssen überarbeitet werden, damit Besucher weiterhin in den Genuss des Wandelgangs kommen können. Ebenso stört der Ahornaufwuchs in den Flächen, der sich über weite Teile der Parkanlage breit gemacht und die vor langer Zeit gut überlegte Anlage verdunkelt. Wie Sisyphos ziehen wir mit den Astscheren durch das Unterholz, um für den Augenblick einer Vegetationsperiode mehr Licht zu schaffen. Beim Schneiden in Bodennähe finden wir immer wieder alte Scherben aus verschiedenen Jahrhunderten: Porzellanstücke oder Töpferwaren, manchmal mit Dekor und deutlichen Hinweisen auf ihre ehemalige Verwendung. Mit Tee und Tabak hatte man sich schon damals einen schönen Nachmittag im Park gemacht. Wir sammeln die Fundstücke und untersuchen jedes Stückchen dieser aufregenden Vergangenheit. Mit Ausdauer und viel Kraft gelingt es uns, die Wege durch die Ostseite des Landschaftsgartens am Englischen Berg vorbei bis hin zur Flora am Spiegelteich freizulegen. Blickbeziehungen werden sichtbar. Zufrieden und motiviert laufen wir nun selbst häufiger die alten Wege entlang und spüren die wohltuende Kraft des Waldes unter den majestätischen Bäumen. Der alte Gartenplan dient als Kompass für die Aufstellung von Gartenbänken und weiteren Gestaltungsabsichten. Wir planen mit vorhandenen Stauden aus dem Burggarten Pflanzungen für den Herbst, denn die im Frühjahr gesetzten Farne, Maiglöckchen und Bodendecker entwickeln sich prächtig in der humusreichen Erde. Teilen macht Freude! Ebenso nehmen wir den Besuch der wiederkehrenden Gäste zur Kenntnis, die an warmen Tagen ein Waldbad genießen. Der Klang einer Münze in unserer Gartenkasse lässt die Hoffnung auf notwendige Sanierungsmaßnahmen zu, denn die verschlammte Grabenanlage kann nur mit einem professionellen Bagger gereinigt werden. Zur Vorbereitung entfernen wir den Aufwuchs an den Grabenkanten. Wenn der Wasserspiegel über die Sommermonate weiter sinkt, ließe sich der Morast an den Ufern des Burggrabens zum Trocknen ablegen. Mit uns hoffen die Kinder auf die Erweiterung der Wasserwege, denn das Kanu wird gerne als Spielgelegenheit mit Freunden genutzt. Abenteuerlustig fahren sie sogar unter der Burgbrücke durch, obwohl der Wasserstand dort nur wenige Handbreit hoch ist. Nachdem das Scharbockskraut, das Parkkleid des Frühjahrs, sich in viele kleine Perlen verwandelt hat, wachsen Giersch, Brennnesseln und das Klettenlabkraut. Während der weiß blühende Giersch eine natürliche Schönheit besitzt, stört uns das dominant ausufernde Kraut. Um seine rasante Ausbreitung einzuschränken, pflücken wir im Wettlauf gegen die Zeit. Die erste Hälfte des Jahres ist bereits vorüber und uns bleiben nur noch wenige Wochen, in denen wir Pflegemaßnahmen an den Holzteilen der Burganlage umsetzen können. Für Malerarbeiten mit Leinöl an den Fenstern und Türen muss es zumindest für ein paar Tage konstant trocken sein. Die guten Tage der anstehenden Sommerferien sind dafür bereits fest eingeplant. Zuerst müssen wir uns jedoch vom Coronaschock und dem Spagat zwischen Präsenzunterricht, Homeschooling und Homeoffice erholen. Wir wünschen uns und allen anderen berufstätigen Eltern, dass es nach den Sommerferien eine Rückkehr in den gewohnten Schulalltag geben wird. Sicher würde auch Goethe an dieser Stelle sagen: "MEHR NICHT!"

Nach gut zwei Monaten ist der Zeitpunkt gekommen, die erste Phase der globalen Pandemie einmal rückblickend quasi vom Deich aus zu betrachten. Schleichend nahm die Entwicklung ihren Verlauf und dass unser Alltag, unser gewohntes Miteinander so auf den Kopf gestellt wird, hätte ich niemals für möglich gehalten. Die Entwicklung als "neue Normalität" anzuerkennen, fällt mir noch schwer. Nicht, dass mir dafür die nötige Einsicht fehlt. Es ist mehr eine konstante Traurigkeit über den Verlust der Unbeschwertheit. Nach dem digitalen Neustart zu Beginn des Jahres folgten im März handfeste Aufgaben zur Vorbereitungen der kommenden Saison. Das nach dem Winter kräftig "geschummelt" wird, ist alte ostfriesische Tradition. Schränke, Decken, Ecken, alles stand einmal auf dem Kopf und es wurde stundenlang "schoon" gemacht. Mit fleißiger Hilfe vom Gulfhof Anelis bekamen wir im Park ein wenig mehr Grund. Die ersten Holzsammelaktionen waren ein guten Anfang, doch wenige Tage später fegte der letzte Sturm mit Orkanböen über die Bäume und sorgte nicht unerheblich für Nachschub. Die Mitglieder des "Martin Faber Kreises" kamen aus Emden zu Besuch und brachten eine beeindruckende Auswahl an Kunstwerken für unsere Galerie im Burgcafé mit. Die unterschiedlichsten Motive, Techniken und Formate harmonisch zu hängen, ist immer eine spannende Aufgabe, denn die wechselnden Bilder verleihen den Räumen stets ein neues Gesicht. In der Wechselbeziehung von Kunst und Raum entfalten ebenso die Werke ihre Qualität, wenn die Stelle im Präsentationsumfeld gut gewählt ist. Mit einer Petersburger Hängung konnten fast alle Werke ihren Platz finden und die Gäste können sich auf eine sehenswerte Ausstellung des Künstlerkreises freuen. Nebenbei plante ich Autorenlesungen mit Moa Graven und Daniel von Trausnitz. Die Termine waren zum Teil bereits öffentlich und es zeigten sich die ersten interessierten Zuhörer. Wir standen also auf allen Ebenen in den Startlöchern. Auch für die erste große Busgruppe, die sich neben der Teetied mit Apfelkuchen zur Führung angemeldet hatte. Die Vorfreude auf die kommende Saison erlebte einen Höhepunkt, die einer Talfahrt gleich nach wenigen Tagen ins Bodenlose stürzte. Der Kuchen für die Gruppe war noch warm, als wir die Nachricht erhielten, dass man uns leider absagen müsse. Das war der Anfang einer Serie von Absagen, die leider bis heute kein Ende genommen hat. Alles, was im Laufe des letzten Jahres und über den Winter in unser Reservierungsbuch eingetragen wurde, musste nach und nach gestrichen werden: Hochzeiten, Familienfeiern, Clubausflüge, Besichtigungstermine, die Autorenlesungen und die Vernissage des "Martin Faber Kreises". Der nächste Treffer fand mit der Schulschließung statt. Die Kinder nahmen es recht gelassen auf und ich war anfangs sorglos naiv. Ging ich zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dass spätestens nach den Osterferien das normale Leben weitergeht. Doch sollte sich schon bald das wahre Gesicht der Pandemie zeigen. Es folgten weitere apokalyptische Maßnahmen, die nicht nur für unsere Region, sondern insgesamt ein komplettes Desaster bedeuten. Aber es gab ein Ziel, das mit Selbstdisziplin und über Verzicht auf Gemeinschaft erreicht werden konnte und mit Rückblick auf historische Ereignisse der Vergangenheit war #stayathome ein vergleichsweise schmerzfreies Opfer. Wir blieben zu Hause... und mussten für Coronaprojekte nicht lange suchen. Die Gartenarbeit ist für mich ein beruhigender Ausgleich zum Zeitgeschehen und durch das tägliche Gartentraining konnten in unterschiedlichen Bereichen neue Gartenversionen realisiert werden. Zunächst wurde im Cafégarten ein Teil der Staudenbeete aufgelöst, um in unbestimmter Zukunft die Tische zur Sicherheit der Gäste mit größerem Abstand aufstellen zu können. Anschließend wurden alle Beete im Bestand mit den Auspflanzungen nach Wuchshöhe, Farbe und passendem Standort neu kombiniert. Für die vielen geteilten Stauden war nicht überall genügend Platz und so erweiterte ich ein vorhandenes Rundbeet auf der Rasenfläche neben dem Café. An den sturen Grassoden, die dafür entfernt werden mussten, konnte ich zwischenzeitlich fast verzweifeln. Der große Komposthaufen erfüllte seinen Zweck und lieferte karrenweise gesiebte Pflanzerde. Auf dem Parkplatz vor dem Schatthaus schrumpfte nebenbei auch der Häckselhaufen, um als Mulchschicht die im Herbst gepflanzte naturnahe Wildhecke zu schützen. Es bleibt eine Freude täglich nach den Pflanzen und Sträuchern zu sehen, ihr Wachsen zu beobachten. Um Ostern brannte die Frühjahrssonne auf die Felder. Nach und nach trocknete der Boden, die Bearbeitung wurde schwieriger. Rechtzeitig vor den ersehnten Regentagen wurden Lupinen auf dem Wildacker vor der Burg ausgesät. Es wird zur Blüte bestimmt ein herrlicher Anblick sein und vielleicht gesellen sich neben den Hasen auch die Rehe zur Äsung ins Abendlicht. Der Eintritt in die zweite Phase beginnt mit den Lockerungen der letzten Tage. Täglich wartet man mit Anspannung auf die nächsten Hiobsbotschaften, beobachtet die Reaktionen auf die Regelungen und hofft, dass der gesunde Menschenverstand weiterhin die Oberhand behält. Doch Ungeduld, die Sehnsucht nach Normalität, Sorge und Angst nehmen gleichermaßen zu. Fakten werden zur Interpretation freigegeben. Kritiker, Verschwörungstheoretiker nutzen das weite Feld und viele unterschiedlich gesinnte Menschen bringen ihre Proteste bei der sehr vereinfachten Suche nach einem Schuldigen auf die Straße. Ist das noch Freiheit oder schon Egoismus? Wie können wir trotz der unsichtbaren Bedrohung in der Gemeinschaft das gewohnte Miteinander leben? Welche Lösungen können etwas Normalität ermöglichen? Neue Wege entstehen beim Gehen und das Ziel ist der Weg aus der Krise. Wir dürfen glücklicherweise mit der Öffnung des Burgcafés ab dem 20. Mai auf unsere Gäste zugehen. Vorsichtig und mit Abstand und doch ist es ein Stück Lebensqualität im Grünen in unserem Café am Ende der Welt - quand même!

Chancen der Digitalisierung in der Denkmalpflege! Mit dem Burgshop "Grünes aus Groothusen" geht ein Veranstaltungskonzept online. Neuigkeiten aus dem Garten der Osterburg in Ostfriesland, der Burg mit Deichblick an der Nordseeküste mitten im Weltnaturerbe Wattenmeer! Ehrenamt in denkmalgeschützten Gartenanlagen in Niedersachsen!