Friesische Freiheit
Groothusen war im Mittelalter Versammlungsort der Landesgemeinde des selbstständigen friesischen Emsigerlandes zur Beratung innerer Angelegenheiten, während "außenpolitische" Dinge in Faldern bei Emden verhandelt wurden. Außerdem war es mit seiner Sendkirche St. Petrus Sitz eines Probstes oder Dekans, dem zwölf Kirchspiele unterstanden. 1269 wird Probst Heso als erster Einwohner namentlich genannt. Der Wehrturm der Kirche, damals noch freistehend neben einer älteren Tuffsteinkirche, blieb als Zeuge dieser Zeit enthalten. Er stand am Westende des "Hafens" von Groothusen, der sich am Nordrand des Dorfes befand. Es ist möglich, dass die Ostseite der Wiksiedlung durch eine Befestigung in der Nähe der heutigen Osterburg geschützt war. Im 13. Jahhundert verlor Groothusen, um 700 n. Chr. als Handelsplatz gegründet, durch die Eindeichung der Bucht von Sielmönken seine Verbindung zur offenen See.
Seit 1252 bemühte sich der Bischof von Münster, mit Hilfe der einheimischen Pröbste, eine Landesherrschaft zu erreichen und die friesische Richter- und Ratgeberverfassung zurückzudrängen. Das führte 1271 zum offenen Kampf.
Die Friesen vertrieben Pröbste und Priester, der Bischof antwortete mit Wirtschaftskrieg und Kirchenbann. 1276 hatte die Landesgemeinde gesiegt, der Einfluß des Bischofs und der Pröpste wurde im Wesentlichen auf die Kirche beschränkt. In der Folgezeit waren auch in Groothusen weltliche und geistliche Führung getrennt. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts ging die lange Zeit der sogenannten Friesischen Freiheit zu Ende.