Mehrere Räume des Hauptflügels können auf Vereinbarung besichtigt werden. Diese sollen hier kurz vorgestellt werden.

Die Goldlederne Stube
Den östlichen Teil des Erdgeschosses nimmt die "Goldlederne Stube" ein. Sie verdankt ihrem Namen einer wertvollen Ledertapete. Flämisch-brabantische Kunsthandwerker gaben den reichen Ornamenten vor vier Jahrhunderten durch das Zusammenwirken von Silberfolie und Farbe einen feinen Goldschimmer. Ein Raum mit "goldlederner" Tapete gehörte um 1700 zur Einrichtung aller ostfriesischen Burgen und Schlösser. Um 1770 entstand der Rokokokamin mit Zubehör. Im Jahre 1891 erhielt das Zimmer durch Möbel im Geschmack der damaligen Zeit und Täfelungen sein heutiges Aussehen.

Die Osterstube
Die Osterstube im Ostteil des oberen Stockwerks wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit alten Möbeln, Kachelofen, Parkettboden und Wandbespannung aus Stoff zu einem Wohnraum gestaltet. Eine Amsterdamer Standuhr weist auf die engen Beziehungen zu Holland im 18. Jahrhundert hin.

Der Saal
Der Besucher betritt nun den Saal, den repräsentativen Hauptraum einer Häuptlingsburg des 15. Jahrhunderts. Unter der mächtigen Balkendecke hängen, vor allem an der geschlossenen Nordwand, 49 Familienporträts aus zehn Generationen von 1541/49 bis 1937. (...)
Die östliche Eingangsseite des Saales wird größtenteil von einer Bücherwand eingenommen, die etwa 600 Bände alter Literatur seit dem 16. Jahrhundert enthält. Theologie, Historie und Jura sind besonders stark vertreten, aber auch viele andere Wissengebiete und schöne Literatur. Die Archivalien enthalten außer vielen Dokumenten der Landes- und Familiengeschichte auch den schriftlichen Nachlaß des Mathematikers Dirksen mit Briefen von A.V. Humboldt, C.F.Gauß und anderen Wissenschaftlern. Antike Möbel und Waffen runden den Gesamteindruck des Saales ab. (...) Ein großes Pulverhorn, 400 Jahr alt, geschmückt mit den Wappen der Cirksena und der Stadt Emden, kann als Symbol für die Verflechtung der Osterburg mit der Überlieferung und Geschichte Ostfrieslands gelten.