Baugeschichte der Osterburg

Der mittlere Teil der Osterburg, ein sogenanntes "Steinhaus" des Saalbautyps, wurde im späten 15. Jahrhundert errichtet. Eine nähere Datierung ist bisher nicht möglich. (...) 1509 wird die Burg in der ältesten im Hausarchiv erhaltenen Urkunde genannt.
Der zweistöckige Backsteinbau ist annähernd 24 m lang und 9 m breit. Steine im sogenannten Klosterformat wurden mit Muschelkalkmörtel vermauert. Die Mauerstärke beträgt in beiden Stockwerken an der West-, Süd- und Ostseite 1,05 - 1,20 m. Die zur Hofseite gerichtete Nordwand, heute Innenmauer, ist dadegen nur 0,90 m stark. Die Holzdecken beider Etagen werden von 22-25 cm starken Balken getragen, welche im Abstand von durchschnittlich 1,50 die Langseiten miteinander verklammern. Da das Gebäude durch unzureichende Fundamentierung im aufgetragenen Kleiboden der Warf eine Neigung nach Süden erhielt, wurden später an der Südwand bzw. Südostecke drei Strebepfeiler aufgeführt.
Die ursprünglichen Fensteröffnungen waren nur 56 cm breit. Ihre Höhe ist nicht mehr exakt festzustellen. (...)  Im Jahre 1665 ließ Warner Conring sie zu Blockrahmenfenstern von dreifacher Größe erweitern. Seit dieser Zeit erfolgten noch mehrfach Veränderungen, so daß aus der Burg ein Gutshaus wurde. Zur Zeit von Paul van Wingene wurden (1791?) die sandsteingeschmückten Schildgiebel im Osten und Westen des Hauptbaus bis zur Dachtraufenhöhe abgetragen und durch Walmdächer ersetzt. Auch die Dachgauben mit den hölzernen Voluten sind eine Zutat der Barockzeit. 1891 ließ Paul Kempe parallel zur Nordwand einen Flur vorbauen, um eine bessere Verbindung zwischen den drei Flügeln zu erreichen. Das Dach wurde an der Hofseite bis auf gut 4 m Höhe herabgezogen. Der ankommende Besucher glaubt - nicht zuletzt wegen der breiten Fenster - ein einstöckiges Landhaus des 19. Jahrhunderts zu sehen. Erst von der Gartenseite her erkennt er die Eigenart des Hauses.
Der schmale Ostflügel stammt in seinem älteren, unterkellerten Teil noch aus dem 16. Jahrhundert. Der jüngere Teil wurde anstelle einer Wagenremise zu Beginn des letzten Jahrhunderts erbaut.
Der westliche Scheunenflügel wurde mit allen Räumlichkeiten eines Bauernhofes zur Zeit von Warner ter Braeck im Jahre 1707 gebaut. Dort stand vorher ein schmaler Seitenflügel. Noch um 1740 befand sich an der Brücke ein Torbau.