Die Osterburg zu Groothusen

Die folgenden Texte stammen  in Auszügen aus dem gleichnamigen und leider vergriffenen Kurzführer von Enno F. Kempe.

Nordwestlich von Emden (15 km) liegt an der Küstenstraße, 3 km vom Seedeich entfernt, in der Marschlandschaft der Krummhörn das Dorf Groothusen zwischen alten Baumbeständen, welche die Stätten von drei mittelalterlichen Burganlagen bezeichnen. Wer sich, von Pewsum kommend, auf der Landesstraße 2 Groothusen nähert, erblickt zunächst das Gehölz der Osterburg. Eine stattliche, 240 m lange Lindenallee, an deren Ende die Barockstatue eines Flötenspielers der Antike steht, deutet die alte Zuwegung durch den Park an.
Heute folgt man der Straße bis ins Dorf, biegt in Richtung Greetsiel ab und gelangt 150 m weiter rechterseits zum Weg "An der Osterburg". Dort betritt der Besucher das Gelände der ehemaligen Vorburg, über ihr Aussehen in alten Zeiten ist nichts bekannt. Das "Schatthaus" von jeher Wirtschaftshof für die Ländereien, wurde 1909 nach einem Brand größtenteils neu errichtet. Am Giebel des älteren Wohnteils steht die Jahreszahl 1769.
Zur Rechten sieht man nun die Osterburg. Sie allein blieb erhalten, während die Wester- und Middelsteburg im 19. Jahrhundert abgebrochen wurden. Die Burg wurde auf dem 3 m hohen Ostteil der langgestreckten, frühmittelalterlichen Dorfwarf, die weiter westlich über 6 m Höhe erreicht, errichtet. Eine Steinbrücke mit löwenbesetzten Pfeilern aus dem 18. Jahrhundert führt über den Graben, der die Burg und den inneren Garten umschließt. Vorher befand sich hier zweifellos eine Zugbrücke.